'Wir alle müssen lernen, zuzuhören'
Frank Wolff und die International Company begeistern in Guangzhou
Frankfurt ist multikulturell, und seine Musik ist es auch. Davon konnten sich die Zuhörerinnen und Zuhörer der berühmten Xinghai-Konzerthalle in Frankfurts Partnerstadt Guangzhou beim Konzert des Musikers Frank Wolff und seiner International Company überzeugen. Die Frankfurter Musiker, die aus verschiedenen Ländern stammen, traten aus Anlass des zwanzigjährigen Bestehens der Städtepartnerschaft zwischen beiden Metropolen in Guangzhou auf und präsentierten vor voll besetztem Haus ihr Programm "So klingt Frankfurt". Dieses hat Goethe-Preisträger Frank Wolff eigens für das Jubiläum konzipiert – beim chinesischen Publikum kam es ganz offensichtlich gut an. Die Zuhörer begeisterten sich schnell für die multikulturelle Performance und klatschten zu den verschiedenen internationalen Rhythmen mit, die die ganz bewusst an die fließende Bewegung von Flüssen erinnern sollen: den Main, den Perfluss, den Amazonas. Das alte Frankfurter Lied "Es geht über den Main eine Brücke aus Stein" war das tragende, immer wiederkehrende musikalische Thema des Abends.
Ein Reigen von Liedern und Stücken, welche die einzelnen Mitglieder des Ensembles aus ihren Herkunftsländern wie Gambia oder China nach Frankfurt mitgebracht haben, "tanzte" um das Brückenthema herum. Im Zusammenspiel der verschiedenen Musiker verwandelten sich die Lieder, wurden neu gefärbt und ergaben einen neuen Kontext. Alle diese Stücke schwammen sozusagen in einem "Klangfluss" aus verschiedenen Musiktraditionen und -stilen, die in Frankfurt heute aufeinander treffen und miteinander kommunizieren, aufeinander hören und einander beeinflussen und im besten Fall harmonieren.
Und das ist auch die Kernbotschaft des kulturellen Teils des Jubiläumsprogramms: Das täglich praktizierte harmonische Zusammenleben von Menschen aus über 170 Nationen in Frankfurt. Das Konzert belegte, welche Kreativität in diesem Zusammenleben liegt. "Auch für uns als Musiker ist es sehr wichtig, zuzuhören", sagte Frank Wolff: "Wir alle müssen lernen, zuzuhören, und wir freuen uns, wenn wir Künstler aus sechs Nationen mit dazu beitragen können."
Der Frankfurter Cellist Frank Wolff entwickelt seit vielen Jahren Konzerte, bei denen er verschiedene Musikstile mischt. Zur International Company gehören neben Wolff die Chinesin Li Fan (Geige) und die Brasilianerin Zelia Fonseca (Gitarre), die Bluessängerin April King aus den USA sowie der Khora-Spieler und Percussionist Aziz Kuyateh aus Gambia und Schlagzeuger Anselm Wild.
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