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Pressemitteilung China in Town / Guangzhou am Main

(25.08.08)

Das Jahr der olympischen Spiele in Peking ist für die deutsch-chinesischen Beziehungen in der Mainmetropole auch aus anderem Grund von Bedeutung: Frankfurt und die südchinesische Metropole Guangzhou feiern das 20-jährige Jubiläum ihrer Städtepartnerschaft. Dies gibt zahlreichen Institutionen und Vereinen Anlass für das erste Frankfurter China Festival, das zugleich die vielfachen Verbindungen der Mainmetropole mit dem Reich der Mitte aufzeigt.

Nachdem Oberbürgermeisterin Petra Roth zum Auftakt des Jubiläums bereits im April eine große Frankfurter Mission an den Perlfluss geführt hatte, steht damit am Main der Herbst nun ganz im Zeichen des Drachens. Dabei wird einerseits der im April begonnene Dialog auf kulturellem, wissenschaftlichem und wirtschaftlichem Gebiet weitergeführt, zum anderen werden aktuelle Themen aufgegriffen und diskutiert.

Bereits im August startete das Programm mit Schüleraustauschen und einem Vortrag des Konfuzius-Instituts. Am 14. September wird Volker Rebell dann mit eigener Sendung im hr3 Hörfunk in die Themenreihe einführen. Klassische chinesische Musik mit Liu Fang und ein Kunstworkshop mit behinderten Künstlern der Lebenshilfe Frankfurt e.V. und ihren Partnern aus Guangzhou, einem bisher einmaligen deutsch-chinesischen Experiment, folgen. Ebenfalls noch im September veranstaltet die Goethe Universität im Rahmen ihrer Partnerschaft mit der Sun-Yat-sen-Universität Guangzhou eine internationale, interdisziplinäre Konferenz mit der spannenden Untersuchung zur Wahrnehmung der Frankfurter Schule in China. Einen Monat später behandelt das F.A.Z. Forum mit ausgewiesenen China-Experten Fragen des politischen Umgangs mit China, wie sie in diesem Jahr aktueller denn je geworden sind.

Mit Chen Tong stellt danach eine der zentralen Figuren der modernen chinesischen Kunstszene in den Römerhallen seine Werke mit dem konzeptionellen Titel „The Role and the Scene“ aus. Er behandelt dabei das Jahrhunderte alte Thema Macht und Erotik aus dem Blickwinkel Chinas im 20. Jahrhundert, in dem die Metropole Shanghai eine herausragende Rolle spielt.

Die Stadt Shanghai wird Ende Oktober selbst mit einem eigenen Programm zum Frankfurter China Herbst beitragen, unter anderem mit einem Umweltseminar bei der IHK Frankfurt und mit einer langen Filmnacht im Deutschen Filmmuseum. Die Hafenmetropole an der Jangtse Mündung, Ausrichter der Welt-Expo 2010, pflegt mit Frankfurt seit Kurzem ebenfalls offizielle Kontakte. Fraport, die Frankfurter Messe und die Frankfurt RheinMain Marketing Gesellschaft unterhalten hier schon länger ihre China-Büros.

Insgesamt 21 Veranstalter prägen mit 32 Beiträgen das vielseitige Programm. Neben den genannten Instituten sind weiterhin darunter musikglobal frankfurt e.V. mit einem Kulturangebot, die Volkshochschule mit Sprachschnupperkursen, das Museum für Angewandte Kunst, u.a. mit einem Angebot für Kinder, das Frankfurter Goethe Museum mit einem Vortrag über Goethe und China sowie der Palmengarten mit einem China Wochenende inklusive original chinesischer Massage. Weitere Beiträge leisten das Konfuzius Institut, unter anderem mit Comics aus dem Reich der Mitte, das Künstlerhaus Mousonturm mit dem Auftritt der Guangdong Modern Dance Company, die Wirtschaftsförderung Frankfurt sowie der neugegründete Verein China in Motion mit seinem ersten China Filmfestival. Bis 9.10. besteht noch Gelegenheit zur Anmeldung an einer Bürgerreise nach Guangzhou und zu anderen attraktiven Zielen Chinas in die Zeit vom 9. bis 21. November.

Frankfurt und Guangzhou sind seit dem 11. April 1988 Partnerstädte.
Die Messestadt in der Nähe von Hong Kong und Macao ist das traditionelle Tor Chinas zu den Märkten der Welt und umgekehrt, Ausgangspunkt der historischen Seidenstraße der Meere und Zentrum des Perlflussdeltas, heute eine der produktivsten Regionen der Welt.

Trotz der geographischen Distanz von über 9.000 Kilometern finden zwischen beiden Städten jährlich im Durchschnitt mehr als ein Dutzend Austausche und Begegnungen statt, an denen bisher rund 5000 Personen beteiligt waren, darunter 800 im Rahmen des Schüleraustausches. Neben wirtschaftlicher, wissenschaftlicher und kultureller Kooperation steht die Begegnung der Bürger im Mittelpunkt der Programme. Bürgerreisen, gegenseitige Besuche von Drachenboot- und Fußballteams, Künstler- und Sprachstudienaustauschprogramme sowie der erwähnte Schüleraustausch haben tausendfach Begegnungen und kulturellen Dialog produziert. Als eines der Ziele ihrer Partnerschaft hatten beide Städte seinerzeit u. a. die Förderung des gegenseitigen Verständnisses und die Entwicklung der Freundschaft zwischen ihren Bürgern verabredet.

Übrigens: Die Partnerschaft sollte auch aus anderem Grund ohnehin unter einem guten Stern stehen. Spätestens seit den olympischen Spielen in Peking wissen wir um die glückliche Bedeutung der Zahl Acht in der chinesischen Zahlenmythologie - die erfolgreiche Partnerschaft entstand schließlich im Jahr 1988, das zudem ein Drachenjahr war, dem ebenfalls positive Attribute zugeordnet werden.

Das Jubiläumsprogramm „China in Town / Guangzhou am Main“ wird unterstützt von der Verkehrsgesellschaft Frankfurt, Deutsche Lufthansa, Wotax International, Messe Frankfurt und Ernst&Young. Medienpartner sind hr-info und das Kulturportal Hessen.