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OB Roth eröffnet Ausstellungen in Stadtbibliothek Guangzhous

Stadtoberhaupt spricht über Menschenrechte, Pressefreiheit und Toleranz zwischen den Kulturen

Oberbürgermeisterin Petra Roth hat in Guangzhou zwei Ausstellungen des Buchinformationszentrums Peking der Frankfurter Buchmesse eröffnet. Frankfurt am Main präsentiert sich im Rahmen der Feierlichkeiten zum zwanzigjährigen Jubiläum der Städtepartnerschaft auch mit einem vielfältigen Kulturprogramm in der Stadt am Perlfluss, darunter auch mit den Literaturausstellungen des BIZ Peking und einer Fotografie-Ausstellung des Frankfurter Künstlers Alexander Paul Englert in der Stadtbibliothek der Partnerstadt.

In ihrer Eröffnungsrede wies Roth auf die kulturelle Tradition Frankfurts als Goethestadt hin, insbesondere auf den von Goethe geprägten Begriff der "Weltliteratur": "Wie kein anderer setzte sich Goethe mit anderen Kulturen auseinander, respektierte sie und machte sie zum Teil seines eigenen Oeuvres", so Roth. So gehört Goethes Zyklus von 14 Gedichten, den er "Chinesisch-deutsche Jahres- und Tageszeiten" nannte, zu seinen wichtigen Alterswerken.

"Von Goethe können wir lernen, unterschiedliche Kulturen zu achten". Literatur könne eine Brücke zwischen den Völkern sein, auch in einem Land, in dem so viele Kulturen wirken wie in China, sagte Roth Bezug nehmend auf den Ort der Ausstellungen, die große Stadtbibliothek.

"Der kulturellen Vielfalt Raum zur freien Entfaltung zu geben muss das Bestreben jeder Gesellschaft sein, die das Gut der Meinungsfreiheit, der Menschenrechte und der Pressefreiheit zu schätzen weiß", unterstrich die Oberbürgermeisterin mit Nachdruck. "Und selbst, wenn man nicht alle Anliegen des Anderen teilt: Ein Ort wie diese Bibliothek, ein Ort der Bücher, sollte auch ein Ort sein, an dem man über die Gedanken, Ideen und Anliegen sprechen kann, die in diesen Büchern niedergelegt werden. Und das durchaus kontrovers und entschieden, vielleicht auch ohne Konsens und unversöhnlich. Aber immer mit der Kraft der sprachlichen Argumente", so Petra Roth.

Insgesamt besteht die Frankfurter Delegation in Guangzhou aus etwa 40 Personen aus Kultur, Wirtschaft und Politik.

Nach dem Termin trafen sich die Oberbürgermeisterin und Stadtverordnetenvorsteher Karlheinz Bührmann mit dem Vorsitzenden des Volkskongresses der Stadt Guangzhou, Zhu Xiaodan. Neben einem Gedankenaustausch über die Städtepartnerschaft sprach Roth auch hier die Bedeutung des freien Worts im kulturellen Diskurs und der Literatur an.

Bernd Messinger