Guangzhou und Frankfurt.
Brückenbau zwischen Perlfluss und Main
Seit den achtziger Jahren des 20. Jahrhunderts leisten offizielle Partnerschaften zwischen Städten und Regionen der Volksrepublik China und Deutschland wichtige Beiträge zur Entwicklung der freundschaftlichen Beziehungen beider Länder. So auch die Wirtschafts-Metropolen Guangzhou und Frankfurt am Main, die 1988 eine partnerschaftliche Zusammenarbeit vereinbart haben. Beide Städte haben jeweils ausgezeichnete Standortmerkmale aufzuweisen, die ihre Bedeutung als internationale Handels- und Kommunikationszentren begründen.
Guangzhou als das traditionelle Tor Chinas zu den Märkten der Welt und umgekehrt, der Ausgangspunkt der historischen Seidenstraße der Meere und Frankfurt am Main als einer der bedeutendsten Finanzplätze Europas mit einer 760-Jahre alten Messetradition, aufgrund seines Weltflughafens heute Tor nach Europa für die Besucher aus allen Kontinenten - und insbesondere für den stark angewachsen Tourismusstrom aus China.
In dem Partnerschaftsvertrag vom 11. April 1988 erklären beide Städte den gemeinsamen Willen, das gegenseitige Verständnis und die Freundschaft ihrer Bürger zu vertiefen und damit einen Beitrag zum Wohle beider Länder zu leisten. Diese Absichtserklärung wird von beiden Seiten ernst genommen, wie die Bilanz der Aktivitäten zeigt. Dafür stehen zum einen die Zahlen: Trotz der geographischen Distanz finden jährlich ein bis zwei Dutzend Austauschprojekte statt, an denen bisher mehrere Tausend Personen beteiligt waren.. Doch mehr als die bloßen Zahlen sagt ein Blick auf die Inhalte: Frankfurter Kulturwochen und eine deutsche Bücheraustellung in Guangzhou, Löwentanz und Kunstausstellungen von Guangzhou in der deutschen Partnerstadt, darunter unvergessen die herausragende Präsentation des prachtvollen Grabschatzes von König Zhao Mo. Aber auch ein Großfeuerwerk, den „Garten des Feuers“, als Geschenk aus Guangzhou an die Frankfurter Bürger zum Stadtjubiläum, im Gegenzug einen Frankfurter Rosengarten zum Geburtstag der Fünf-Ziegen-Stadt sind weitere herausragende Beispiele für die fruchtbare Kooperation der vergangenen Jahre.
Die Bereiche Wirtschaft, Flugverkehr, Umwelt und kommunale Dienste bilden neben anderen Fachgebieten weitere Schwerpunkte der Zusammenarbeit auf Expertenebene. Hier werden Erfahrungen ausgetauscht und wichtige Kontakte für künftige Kooperationen gepflegt.
Regelmäßige Begegnungen, sei es sportlich beim Fußball oder im Drachenboot oder ganz persönlich beim expandierenden Schüleraustausch und bei Bürgerreisen, schaffen die passenden Gelegenheiten für einen kulturellen Brückenbau. Zahlreiche persönliche Verbindungen sind aus diesen Begegnungen erwachsen, Freundschaften, die nachhaltig gepflegt werden.
Die Kooperation zwischen Frankfurt am Main und Guangzhou zeigt, dass die Partnerschaft zwischen Städten auch bei großer Entfernung einen wesentlichen Beitrag für die positive Entwicklung internationaler Beziehungen leistet. Am Bau der freundschaftlichen Brücken wird deshalb auch im Jubiläumsjahr mit Engagement weitergearbeitet.
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